Ich weiß nicht, ob es richtig ist bei einem Auto von einem Freund zu sprechen, aber für mich war es einer.
Mein schwarzer Ford Fiesta hat heute seine letzte Station auf einem Schrottplatz gefunden. 20 Jahre wurde er alt und kam nun nicht mehr ohne große Reparaturkosten über den TÜV. Die Investitionen wären jetzt zu hoch gewesen und das Riskiko bei seinem Alter doch wieder liegen zu bleiben ebenso. Sehr schweren Herzens musste ich ihn heute dorthin bringen. Es ist schon komisch wie schwer einem so etwas fallen kann. Schließlich ist es doch „nur“ ein Auto.
Dennoch war es für mich ein besonderes. Es hat mich 6 Jahre lang tagtäglich in und zu meinem Job begleitet. Ohne ihn hätte ich nicht arbeiten und somit nicht meinen Lebensunterhalt verdienen können. Er kam in einer Zeit, die alles andere als einfach war und übernahm dann eine Stelle und Aufgabe, bei der sehr viel an Zuverlässigkeit notwendig war. Natürlich war er nicht immer „top fit“, kränkelte hin und wieder, aber auch das hatten wir gemeinsam überwunden. Auch ich war ja nicht immer „gut drauf“ und rausgeschmissen hatte er mich dennoch nicht 😉 Auch mein Amigo, ein schwarzer Labrador, brauchte seinen Platz und fand ihn ebenfalls darin, selbst als Mammut, so hieß mein Fiesta, für den gelenkschwachen Amigo, sogar einen Beifahrersitz als Platzbedarf opfern musste. Beim letzten „Weg“ von Amigo war auch er beteiligt.
Viele tausend Kilometer waren wir zusammen unterwegs, nur er und ich oft stundenlang, bei Schnee, bei Regen, bei Sonnenschein, im Dunkeln und am Tage. So etwas verbindet und schweißt zusammen. Ja, Mensch und Auto können Freunde sein. Er war es auch, der mich stets am Wochenende zu Nancy brachte. Mit ihm verbunden und mit der Strecke,waren dann auch „besondere“ Erlebnisse, wie ein zweimaliger Lichtmaschinenausfall und damit verbunden eine zweimalige ADAC- Hilfe. 100 km vor dem Zielort schaffte er es dann doch nicht mehr und so stand ich, bewaffnet mit einem Staubsauger und wartend auf Nancy im Dunkeln am Straßenrand. Oder die andere Geschichte, als sich während der Autobahnfahrt nach einem Knall langsam meine hintere Seitenscheibe in Nichts auflöste und ich im dunklen Winter, im zugigen kalten Auto, mit Kaputze noch 200 km zurücklegen musste. Ja, mein treuer Fiesta hatte einige Geschichten zu bieten. Nun ist er nicht mehr da, aber seine Geschichten und die Erinnerungen bleiben zurück. Mach es gut mein Freund, im siebten Autohimmel oder wo immer es einen Platz für dich gibt. Du warst nicht teuer, aber wertvoll. Danke für jede Minute mit dir. Werde dich nicht vergessen.
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