Tag 2 in Neele`s Leben. In dieser Nacht bekamen wir mehr Schlaf, als in der Wehennacht davor. Neele sucht und braucht zwar unsere Nähe, nebst alle 3 Stunden eine Mamamilch-Mahlzeit, aber ein paar Stunden Schlaf kamen für uns schon zusammen. Okay, man muss es sich über den Tag aufteilen, denn ab sofort scheint 7 Stunden Schlaf am Stück in weite Ferne gerückt. Wenn alles gut geht, klappt das vielleicht wieder, wenn Neele in das Kindergartenalter kommt. So zumindest meine Befürchtung. Ach was soll`s, wozu braucht man so viel Schlaf, wenn man die Zeit viel besser nutzen kann, seiner Tochter beim Schlafen auf der eigenen Brust zuzusehen.
Es scheint sich vieles zu verändern. Die Zeit gehört jetzt zunächst nicht mehr der Zweisamkeit mit der Frau, sondern der Dreisamkeit mit dem eigenen Kind.
Der Tag tröpfelte so dahin. Wir wollten 2 Tage im Krankenhaus bleiben, damit wir auch sicher nach Hause fahren können. Die U1 (erste Untersuchung) fand gleich nach der Geburt statt, die U2 sollte dann morgen erfolgen. Während des Tages schauten verschiedene Personen nach Neele’s und Nancy’s Befinden. Schon eigenartig welche unterschiedlichen Tipps und Aussagen man da so als „junge“ Eltern bekommt. Man kann sie nur sammeln und auswählen was Sinn und weniger macht. Am Nachmittag versuchten wir dann mal raus, also spazieren zu gehen. Dafür hatte das Krankenhaus eigene Kinderwagen. Wir schafften es doch tatsächlich mit Neele und dem, doch sehr ramponierten Gefährt, bis auf den Parkplatz. Dort angekommen glaubte ich nicht richtig zu sehen. Mein Auto war seitlich mit weiß-rotem Band , dass auf der einen Seite an einer fahrbaren Mülltonnen und auf der andere Seite an einer Stange mit Betonfuss befestigt war, eingerahmt. Vor der Front hatte man wohl in der Nacht ein Schild in den Boden gerammt, auf dem „Parken verboten“ – die Haustechnik“ stand. Nun stand mein Auto so eingekeilt im „Parkverbot“, das in der Nacht zuvor noch keines war. Komischerweise hat man als Vater wohl mehr die Ruhe weg, als vorher, denn aufregen tat mich das nicht. Dennoch beschloss ich den Wagen umzuparken. Doch das zeigte sich leichter gesagt, als getan. Es gab keinen freien Parkplatz. Während Nancy mit Neele auf mich wartete, suchte ich dann in den Nebenstraßen nach einem freien Platz. Erst nach gut 10 Minuten wurde ich 500m entfernt in einer Straße fündig. Als ich dann zurückkam, war von Nancy und Neele nichts mehr zu sehen. Ich suchte nach ihr zunächst im angepeilten Park und ging dann, weil sie nicht zu finden war, aufs Zimmer zurück. Dort war sie dann tatsächlich. Neele hatte keinen Bock auf Ausfahrt und brauchte dringend einen sauberen Po.
Das war dann also unser kleiner Ausflug. Am späten Nachmittag besuchte ich dann noch die Rezeption um die Geburtsurkunden vom Standesamt zu beantragen. Dort traf ich auf eine entnervte Mitarbeiterin, mit der es vielleicht möglich war über die Ungerechtigkeiten der Arbeitswelt zu klagen, aber was die Anträge betraf, da war sie keine große Hilfe. Ich verschob mein Anliegen dann besser auf den nächsten Morgen.
Der Rest des Abends gehörte dann meinem Kind, meiner Frau und Dr EM in Frankreich. By the way, haben Sie schon einmal Fußball ohne Ton geschaut? Kann ich nur empfehlen! So ein Kind erspart einem einen so manchen nervigen Kommentator. Ja, ja, Herr Rethy…
PS: Der Parkplatz war übrigens am nächsten Tag wieder frei vom „Parken verboten“Schild.
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