Neele ist da! – Tag 3 ihres Lebens

Tag 3 fing eigentlich schon um o.oo Uhr an, denn dann sollte ich mit ihr zur Stoffwechseluntersuchung bei der Stationsleitung sein. Fragt nicht, warum um diese Uhrzeit. Mir war es aber recht, denn so war nix los auf der Station. Neele hat es mit Bravour über sich ergehen lassen, so von einer Fremden entkleidet, Blut abgesaugt und wieder angezogen zu werden. Erst auf dem Rückweg fing sie dann an zu „motzen“. Die Nacht verlief dann so, wie sicher so manche folgenden ablaufen werden. Einer blieb wach, saß aufrecht im Bett mit der schlafenden Neele an der Brust. Klarer Vorteil, oder Nachteil, wie man eben will, von uns beiden kann nur meine Frau stillen. Also hatte ich ein wenig mehr an Schlafanteil.
Am nächsten Morgen gab es dann die U2 und die lag unserer Kleinen so gar nicht, was ich gut nachempfinden kann. Klar, der Kinderarzt war nett, aber wie er unser Mädel erst ausgezogen und dann durchgeknetet und durchgetestet hat, da wäre ich als Erwachsener auch nicht die Ruhe geblieben. Okay, er hat es gut gemacht, aber wir hatten dann eine erschöpfte Neele.
Vielleicht war dieses auch wieder ein Vorteil, denn anschließend verließen wir das Etablissement namens Krankenhaus und machten uns auf den Weg nach Hause. Nun kam zum ersten Mal der Babycase zum Einsatz und einhergehend die bange Frage, bleibt unser Kinde die halbe Stunde Fährt auch still? Ja, sie blieb es, wahrscheinlich dank der Erschöpung durch die Untersuchung. Zum ersten Mal saß meine Frau auch hinter mir, allein um Neele gut im Blick zu haben und einzuschreiten falls es ihr doch nicht so gut gefallen würde. Naja, sie hatte keine wirkliche Wahl, die Kleine. Zurück ging es nimmer.
Gegen Mittag waren wir dann zuhause und auch hier endlich eine kleine Familie. Als erstes stand dann wieder füttern an, gefolgt vom Windelwechseln. Achja, das Windel wechseln! Wir schreiben, jetzt wo ich hier schreibe, eigentlich schon den 4.Tag und ehrlich, ich kann die Anzahl des Windelwechselns schon nicht mehr zählen. Überhaupt hat sich in den wenigen Tagen schon viel verändert. Die Gedanken kreisen fast nur noch um Neele. Ist sie wach heißt es für Nahrung zu sorgen und eben sie sauber zu machen. Schläft sie und das geschieht so im 3 Stunden-Wechseln, regelt man die anderen Haushaltsdinge, oder versucht eine kleine Mütze Schlaf zu bekommen. Das Leben, das ganz persönliche, hat einen festen Mittelpunkt bekommen und dieser heißt Neele. Sicher wußte man auch vorher, dass sich so einiges verändern würde, aber was und wie das erfährt und spürt man erst wenn es soweit ist. Erklären , beschreiben, all das hat keinen Sinn. Nur selber erfahren zeigt was wirklich geschieht. Nur fürsorgende Erst-Mütter und Erst-Väter können dieses nachvollziehen. Wir wissen es nun und komischerweise riechen wir nun auch nach Baby. Wer glaubt, man packt das nicht oder kommt nicht damit klar, sei gesagt, wer wirklich will und jede freie Sekunde das Kind seines Kindes betrachtet, der wird keinen Zweifel daran haben es auch zu schaffen. Die Wichtigkeiten werden sich verändern. Vieles was eben noch wichtig erschien tritt nun in den Hintergrund. Da ist ein neues Lebenwesen, eines das man selbst erschaffen hat und eines das uns braucht, um leben zu können. Alles was wir jetzt für sie tun, tun wir für das Leben unseres Kindes. Der Lohn ist die Liebe, die wir für unser Kind empfinden und die niemals vergehen wird.

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