Zu viel Input

Geht es euch auch manchmal oder zunehmend so, dass es einfach zu viel wird, was man an Informationen bekommt? Allein auf dem Handy erreichen uns jeden Tag irgendwelche Mails, weil man sich hier und da
im Internet registriert hat. Ist man auf Facebook unterwegs, wird man überschwemmt mit Neuigkeiten oder
Werbung, je nachdem, für was man sich interessiert gezeigt hat. Tritt man einer Whatsapp-Gruppe bei, kommen täglich mehrere Posts, die uns eigentlich gar nicht interessieren, die man dann aber dennoch regelrecht zur
Kenntnis nehmen muss. Das Smartphone ist da unerbittlich und kennt keine eigenen Grenzen, es sei denn, man setzt ihm welche. Da sind wir beim eigentlichen Thema angekommen, die Grenzen. Die Informationsflut hat seine Grenzen erreicht, zumindest bei mir. Ich mag nicht mehr. Ich sehne mich nach Ruhe und Rückkehr ins Zeitalter, als es Facebook und Smartphone noch nicht gegeben hat. Seit dem es dieses gibt, ist man immer und überall erreichbar. Der Zwang es sein zu müssen, wird einem von der Gesellschaft, einschließlich Arbeitgeber „, aufgezwungen“.
Natürlich hat man dennoch die Wahl. Es ist zwar nicht einfach sich völlig abzukoppeln, aber es geht. So habe ich jetzt mehr und mehr die Newsletter abbestellt, mich aus der einen oder anderen Whatsapp-Gruppe verabschiedet, schaue mich weniger bei Facebook um, habe einige E-Mail-Adressen gelöscht und bin hier und da nicht mehr unter dem Klarnamen registriert, All das sind Maßnahmen, um weniger erreichbar zu sein. Dennoch gelingt es mir nicht ganz, denn das System hat mich doch schon sehr vereinnahmt. Stück für Stück versuche ich davon loszukommen, ohne mich natürlich zu sehr zu isolieren. Isolation ist in unserer heutigen Gesellschaftsform kontraproduktiv.
Wir leben hier halt nicht in der Weite und Einsamkeit von Alaska. Doch selbst da braucht man Kontakt, um im Ernstfall jemanden erreichen zu können. Gesund ist es jedoch nicht, wie uns das System in seinem Klauen hält. Nach und nach schlittern wir in die Abhängigkeit. Schritt für Schritt werden wir gläserner. Wir denken schon gar nicht mehr darüber nach, weil es eigentlich jeder tut, Doch stellt euch einmal einen Alltag oder allein die Kollegen, wie auch Freunde ohne Smartphone vor. Wird es eine solche Welt jemals wieder geben? Wohl nicht. So wird es umso wichtiger auf halbwegs gesundem Wege damit klar zu kommen. So wird es umso wichtiger nicht in Abhängigkeit zu geraten. Ich glaube, dass die meisten ohne gar nicht mehr leben, geschweige denn ihren ganz „normalen“ Alltag bewältigen könnten. Im Grunde sind wir schon abhängig. Nehmt mal jemanden für einige Zeit das Smartphone weg und achtet darauf wie er oder sie reagiert. Gibt es Stress? Wird er oder sie unruhiger? Mit Sicherheit! Achtet darauf was es mit euch macht und fangt an euch davon teilweise zu lösen. Es ist nicht nur Alkohol oder Zigaretten, die für uns ungesund sind. Uns hat es schon in Massen auf ganz anderem Wege „erwischt“. Ich versuche es nicht zuzulassen. Mal sehen wie es gelingt.

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