Unsere Neele ist jetzt mittlerweile 7 Monate. Ehrlich, ich weiß teilweise schon gar nicht mehr wie die Zeit von Geburt an verlief. Irgendwie lebe ich immer im Hier und Jetzt, d.h. es ist eigentlich nur wichtig wie sie zur Zeit ist.
Natürlich hat sie sich weiter entwickelt, wäre ja auch schlimm wenn nicht. Sie kann sich mittlerweile selber drehen, kann alles hervorragend greifen, auch mit den Fingerspitzen und hat heute endlich mal wieder von Papa die Flasche genommen. Krabbeln ist noch nicht angesagt. Klar, ich kann es kaum erwarten, bin mir aber wahrscheinlich nicht der Tragweite bewusst, wenn dann alles greifbar für sie ist. Zum Teil ist unsere Wohnung schon sicher gemacht.
Irgendjemand hat mal zu mir gesagt: „Warte mal ab, wenn das Kind da ist, ist alles anders.“ Jap, das stimmt. Gerade heute morgen hab ich zu meiner Frau gesagt, dass ich wohl so bald wieder kein 1000 Seiten-Buch mehr lesen werde können. So ein Kind verändert vieles, wenn nicht gar alles. Es nimmt den ganzen „Raum“ ein. Es verändert auch das eigene Verhalten, denn man zeigt Seiten, die man so von sich eigentlich nicht kannte. Durch den „Stress“ ist man halt auch mal schnell an seinen, bisher unbekannten, Grenzen angelangt. Man kannte vorher solche Situationen eben nicht und somit zeigt man dadurch Verhalten, die man ansonsten nie „an den Tag legen“ musste.
Es ist nicht einfach mit den neuen Situationen und Herausforderungen klar zu kommen. Ich kann Menschen verstehen, die daran scheitern. Es ist schon eine enorme Verantwortung, der man durch ein Kind ausgesetzt ist.
Dennoch ist es freiwillig und man sollte sich vorher genau überlegen, ob man bereit dazu ist, sein bisheriges Leben komplett zu verändern. Es muss der Wille vorhanden sein, sich selber hinten an zu stellen, seine eigenen Bedürfnisse eine Reihe zurück zu schieben. Es ist das Kind das unsere ganze Liebe und Aufmerksamkeit braucht. Es ist das Kind, dass einen Vater, eine Mutter braucht, die weiß was jetzt wirklich wichtig ist. Unsere Kinder brauchen Eltern, die auch solche, von ganzem Herzen und klarem Verstand, sein wollen.
Kinder sind alles andere als einfach. Sie sind unfertig zu Welt gekommen und alles was aus ihnen wird, ist im Wesentlichen durch die Eltern bestimmt.
Es gab genügend Nächte und Tage, die mehr als anstrengend sind und waren. Jede Minute braucht, vor allem ein Baby, unsere ganze Aufmerksamkeit. Kommen erst einmal die ersten Kinderkrankheiten hinzu, wird es umso schwieriger. Ich habe deshalb großen Respekt vor alleinerziehenden Eltern. Da ist niemand, der auch einmal ein wenig der „Last“ abnehmen kann. Nur wer ein Kind geboren und groß gezogen hat, weiß wovon man spricht, wenn man vom Elternsein redet. Kinderlose können das in keiner Weise nachempfinden.
Genießen kann man selten im Moment. Es gibt allerdings viele Momente, die einfach wunderbar sind. Jedes Lächeln des eigenen Kindes verzaubert einem den Moment. Jedes neu Erlernte ist aufregend und schön mit anzusehen. Jedes selbst konstruierte Wort ist genial und macht Lust auf mehr. Jeder Moment in dem sich das Kind an einen kuschelt, erwärmt unser Herz. Gerade robbt sie über das Laminat hinter mir und gibt wundervolle Töne von sich.
Das sind die Momente in denen wir vergessen, wie schwer doch andere mit ihr sind und waren. Was einzig zählt ist der jetzige Moment…
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