Neele, meine Tochter, ist vor ein paar Tagen 1 Jahr alt geworden. Dieses erst Jahr als Papa war nicht einfach. Es ist halt ein ganz anderes Leben, das man da beginnt, vor allem, wenn man vorher noch niemals Papa war. Wenn ich auf den Punkt bringen sollte was nicht einfach war, dann in erster Linie der Schlafentzug und in zweiter Linie das Finden von gemeinsamen Lösungen vom Umgang mit den Eigenschaften unseres Kindes. Meine Frau und ich sind selten unterschiedlicher Meinung und finden in der Regel immer Lösungen, hinter den wir beide gleichermaßen stehen können. Nur holt ein Kind auch Eigenschaften aus einem hervor, die in der Zweierbeziehung niemals sichtbar wurden. Vor allem der Schlafentzug war vorher niemals ein Thema, denn es gab ihn einfach nicht. Im ersten Lebensjahr Neele`s war dieses Thema jedoch immer wieder präsent und zeigte uns, wie unterschiedlich wir es auch verkraften können. Während meine Frau es fast gar nicht verkraften kann, schaffe ich es irgendwie. Während meine Frau sichtbar physisch darunter litt, merkte man mir es selten an. Nun kann man sagen ist doch toll, so kann man sich ergänzen. Ja ist ja auch zum einen richtig, aber andererseits schafft es auch Konflikte, weil der eine völlig fertig ist und der andere es nicht nachvollziehen kann. Wichtig war uns und ist es dann, Lösungen zu finden, die beiden gerecht werden kann. So verzichten wir auf das späte Zubettgehen und versuchen täglich auf mindestens 7 Stunden Schlaf zu kommen. Zudem stehe ich als Vater nachts auf, wenn das Babyphone im Kinderzimmer rauscht oder Neele weint. In der Regel ist das 3 bis 4 mal in der Nacht. Gegen 5 ist diese normalerweise auch vorbei, denn Neele geht um 19 Uhr ins Bett und schläft dann 10 Stunden am Stück (mit Unterbrechungen).
Jetzt, neuerdings, ist das Zubettbringen auch etwas anstrengender, denn selbst müde wehrt sie sich noch so gut es geht gegen das Einschlafen. Es ist dann zwar nicht mit Weinen verbunden, das war es nie, aber eben mit Wehren, d.h. stetiges Wiederaufstehen im Babybettchen. Das kann dann auch mal eine halbe Stunde so gehen, bevor sie doch noch die Müdigkeit „übermannt“. Natürlich geht das nicht ohne Besingen und Poposchuckeln.
Es scheint als ist eine neue Zeit angebrochen sich wieder etwas Neues beim Zubettgehen auszudenken und dann auch anzuwenden. Während ich sogar Lust verspüre Neues auszuprobieren und bei weitem davon nicht konsterniert bin, ist meine Frau jetzt einer Hoffnung beraubt, dass es irgendwann doch vielleicht mal einfacher wird. Da bin ich es in der Regel dem nichts die Hoffnung und das Vertrauen nehmen kann, dass es auf jeden Fall, langfristig, besser wird. Ich glaube das Wichtigste ist, dass man dem Partner vertraut, gerade wenn es scheinbar unlösbar und ausweglos erscheint. In meinem Job muss ich täglich so viele kleine und große Lösungen finden, dass mir dieses hier zuhause sogar noch Freude macht. Warum? Das ist ganz einfach. Ich liebe meine Tochter und ich liebe meine Frau. Nichts ist wichtiger und schöner als die beiden. Der Job ist nur ein Job und Mittel zum Zweck. Der schönste Ort dieser Welt ist meine Familie. Alles was wirklich wichtig ist in meinem jetzigen Leben, sind diese beiden.
Und deshalb ist es auch wichtig gemeinsame Lösungen zu finden, zum Wohle eines jeden. Niemand von uns Dreien darf „auf der Strecke bleiben“. Jeder ist wichtig und nur zusammen können wir glücklich sein. Ich wünsche mir nur jeden Tag die Kraft alles und immer zu bewältigen, um dieses Ziel auch ermöglichen zu können. Bis jetzt haben wir das alles prima zusammen gemeistert. Man darf schließlich nicht vergessen, dass es für jeden von uns etwas Neues ist. Dafür haben wir es bislang richtig gut gemacht. Jawoll!
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