Mein liebes Kind,
heute ist der 7.Februar 2018. Es scheint die Sonne bei -1 Grad Aussentemperatur und gleich fährst du mit Mama zu deinem ersten Tag in der Krippe. Der letzte Abend mit dir war wieder ein Horror. Du bist in deinem großen Bett gegen 22 Uhr unruhig geworden, hast dich von einer Seite auf die andere gewälzt und vor dich hin gejammert. Kein Singen, kein Herumtragen oder anderes Besänftigen hat geholfen. Ständig habe ich dich wieder hochgenommen, weil du „Papa“ gejammert hast und habe dich im dunklen Zimmer hin und her getragen. Dann bist du auch immer wieder auf meinem Arm eingenickt, aber sobald ich dich wieder hingelegt hatte, begann alles wieder von vorne. Außerdem hast du beim Herumtragen auch ständig deinen Nunu verloren und ich konnte ihn mit dir auf dem Arm im Dunklen nicht finden. Das trug ebenso dazu bei, dass du nicht zur Ruhe kamst. Meine Nerven waren kurz vorm Zerreißen. Eigentlich wollte ich Werder gucken und bin extra ins Wohnzimmer, damit Mama schlafen konnte. Doch deinetwegen kam auch sie nicht dazu. Irgendwann kam Mama dann zu uns in dein Zimmer und löste mich ab. Ich ging dann nach unten und beruhigte mich durchs Fussballgucken. Während dessen stand aber das Babyphone vor mir und ließ laut vernehmen, dass du dich auch bei Mama nicht beruhigen ließest. Ungefähr 20 Minuten später ging ich wieder rauf und flüsterte Mama zu, dass ich sie ablöse. Danach begann das „Spielchen“ mit dir wieder von vorne.
Ich weiß nicht wie, aber irgendwann bist du dann doch auf meinem Arm eingeschlafen. Ich konnte dich dann endlich wieder hinlegen und du hast nur noch einmal kurz „Papa“ gesagt, dann warst du „weg“. Das nächste Mal haben wir dich dann um kurz nach 5 wieder vernommen. Die Nacht war dann für uns nach ca. 5 Stunden Schlaf wieder vorbei.
Zurzeit bist du aber auch erkältet, dass heisst deine Nase läuft und läuft. Dir die Nase zu putzen ist ein Grauen, denn du drehst dauernd das Gesicht weg, schreist, weinst und läufts davon, wenn du nur das Taschentuch siehst. Zudem jammerst du unentwegt, weil dir irgend etwas nicht passt, doch wir wissen nicht was. Dafür willst du dann aber auch ständig auf den Arm und jammerst kläglich „Papa, Papa“ vor dich hin. Ganz ehrlich mein Kind, wir sind fertig und kurz davor aus dem Fenster zu springen. Wären wir bei der CIA würden wir dich zum Weichkochen der feindlichen Spione benutzen. Die würden mit Sicherheit schon nach kurzer Zeit aufgeben und um Gnade betteln.
Ich weiß, du hast es sicher gerade noch schwerer als wir, denn wir sind erwachsen und sollte damit umgehen können. Doch leider haben auch wir unsere Grenzen und können es ebenso nicht.
Du tust mir leid mein Engel. Du bist noch so klein und weißt dich nicht anders auszudrücken. Vielleicht hast du auch Zahnweh, vielleicht Bauchweh. Niemand außer dir weiß es und du kannst es noch nicht sagen. Wir lieben dich so sehr, die Mama und ich. Und wir hoffen, dass bald alles besser wird. Das hoffen wir schon seit deiner Geburt. Es liegt einfach daran, dass wir vor dir keinerlei Erfahrung mit einem eigenen Kind hatten. Auch für uns ist dein Leben ein völlig neues. Gib uns die Zeit und die Chance dich besser zu verstehen und vor allem besser mit den Situationen klar zu kommen, die besonders herausfordernd sind. Hab auch du Geduld mit uns.
Jetzt wo du das liest, wirst du vielleicht schmunzeln, wie du doch damals so warst. Uns ist gerade nicht zum Schmunzeln, aber dann wenn du soweit bist, diese Zeilen zu lesen, werden auch wir es sicher tun. Ja, mein Kind, es war eine harte Zeit, zeitweise. Aber wir lieben dich – so sehr.
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