Schlechter Vater und Ehemann?

Seit etwas über 2 Jahren bin ich nun Vater und Ehemann. Ich war vorher noch nie Vater und hatte somit auch keinerlei dauerhafte Erfahrung mit dieser Rolle. Wenn man mich heute fragen würde, ob ich sie richig git ausfülle, dann müsste ich sagen „Nein“. Zumindest fühlt es sich für mich so an. Warum würde ich die Frage mit „Nein“ beantworten? Nun ja, meine Tochter fordert ihren geliebten Papa mit allem was sie aufbringen kann. Am Anfang hatte sie enorme Einschlafprobleme. Sie kam erst zur Ruhe, nachdem man (ich) mindestens 30 Minuten lang auf dem Sitzball mit ihr im Arm oder Tragegurt, auf und ab gehüpft bin und dabei laut gesungen hatte. Nicht selten war das dann auch sehr spät abends. Gegen 4Uhr 30 oder 5 Uhr war dann die Nacht schon wieder zuende. Es war oft ein Kampf, die Nerven lagen oft blank.  Es gab Streitgespräche mit meiner Frau, auch nachts, wie man sie nun am besten zur Ruhe bringen konnte. Man muss wissen, dass meine Tochter auch sehr sehr laut weinen, also schreien kann. Ich wollte alles, wenn möglich, alleine hinbekommen und geriet so auch immer mehr unter eigenen Druck. War ich nicht zuhause hatte meine Frau das Problem. Schlafen war und ist noch heute immer noch das Hauptthema bei uns Drei. Er kommt nach wie vor zu kurz und vor allem meine Frau leidet sehr darunter. Da ich mit weniger auskomme und auch nicht immer dafür genügend Verständnis aufbringe, dass andere mehr brauchen und entsprechend gestresst reagieren, gibt es immer wieder Konflikte. Auch reagiere ich gereizt, wenn stets wieder die gleiche Reaktion erfolgt oder immer wieder das gleiche Problem rund ums Thema Schlafen auftritt. Wenn meine Tochter wieder schreit, weil sie etwas nicht will oder sich auch nicht schlafen legen lassen will, bin ich leider nicht immer Herr meiner Nerven und werde laut, sehr laut. Es tut mir dann nachher immer so unendlich leid. Ich wäre dann so gerne der Ruhige, Gelassene, aber das Gegenteil ist der Fall. Ich nehme mir vor, in diesen, in denen für mich, sehr großen Stresssituationen beim nächsten Mal ruhiger zu reagieren und mittlerweile gelingt es auch immer öfter.
Ich weiß, ich bin dann in diesen Situationen auch nicht fair meiner Frau oder meinem Kind gegenüber. Ich bin einfach dann nicht Herr meiner Sinne. Ich habe dann auch Angst, dass es bleibende seelische Schäden hinterlassen könnte, sei es bei meiner Tochter oder meiner Frau. So wie es scheint, ist es aber nicht so, denn auch meine Tochter zeigt sich überall als zwar sehr lebhafter, aber seelisch stabiler Mensch. Meine Frau liebt mich auch, auch wenn ich in den bschriebenen Situationen, die mich eindeutig überfordern, auch entsprechend gestresst reagiere. Ich kann nur sagen, ich arbeite an mir. Ich möchte der beste Papa und der beste Ehemann auf Erden sein, zumindest für meine beiden so geliebten Mädels. Ich drücke mir selbst die Daumen, dass es gelingt und werde alles dafür tun, dass es so ist.

Hinterlasse einen Kommentar