61

Da ich 1963 auf die Welt kam bin ich nun schon 61 Jahre alt. Die Betonung liegt dabei auf „alt“, denn das ist es was mich derzeit umtreibt. Es beschäftigt mich immer mehr schon den Großteil meines Lebens hinter mir zu haben und nur einen kleineren vor mir. Das Problem dabei ist, dass ich nicht wie 61 fühle und auch eigentlich gar nicht sein möchte. Okay, mit der Zeit kommen so manche Wehwechen dazu. Da ist zum einen die Athrose in den Handgelenken und zum anderen der stetig haarloser werdende Kopf. Alles andere funktioniert eigentlich noch sehr gut. Klar, auch junge Menschen, vor allem Männer haben schon oft keine Haare mehr auf dem Kopf. Auch die Athrose betrifft viele jüngere Menschen. Dennoch macht es mir psychische Probleme damit klar zu kommen. Da ist ja noch immer auch die Zahl 61, die einfach nicht zu leugnen ist. Sie macht mir Angst. Angst deshalb, weil ich am Leben „hänge“ und dieses möglichst nicht verlassen möchte. Zum anderen ist da auch noch meine Tochter, die erst 8 Jahre alt ist. Sie fragt zwischendurch immer mal wieder, ob wir auch sterben können. Es beschäftigt sie und auch mein Alter. Sehr oft sagt sie, dass ihr Papa 61 ist. Das macht mich dann immer traurig. Ich möchte nicht ihr oder ein „alter“ Papa sein. Die meisten anderen Papas in ihrem Umfeld sind zwischen 30 und 45 Jahre alt. Ich könnte ihr Opa sein. Und die Vorstellung meine Tochter eines Tages voller Trauer zurücklassen zu müssen, weil ich „gegangen“ bin macht mich unendlich traurig. Ich weiß, dass ich wahrscheinlich nicht mehr miterleben werde wie sie selber Mutter wird und wenn dann nur als Greis. Ich möchte unendlich leben können und möglichst nichts von meiner Kraft verlieren wollen. 2-3 mal in der Woche mache ich Bodybuilding und bin stärker, fitter und muskuliöser als die meisten jungen Papas aus unserem Umfeld. Das mache ich schon seit über 45 Jahren und es hat sich bis heute ausgezahlt, wenngleich das Gesamtgewicht etwas gesunken ist und die Sehnen bzw. Gelenke nicht mehr alles so mitmachen wie früher. Da hat sich einfach auch Verschleiß eingestellt. Meine Haut zeigt auch Altersveränderungen. Sie ist halt nicht mehr so elastisch wie in jungen Jahren. Ich bin halt 61 und daran gibt es nichts zu ändern. Die Zahl steht und mit ihr die sinkende Zahl der verbleibenden Lebensjahre. Ich weiß das ich sie nutzen sollte. Ich kann sie einfach verleben oder jeden Tag neu und intensive auf erfüllende Weise er-leben. Carpe diem, nutze die Zeit oder den Tag. Es treibt mich auch um wie man möglichst alt werden kann und fit zugleich zu bleiben. Mittlerweile bin ich auch Vegetarier und habe schon deshalb ungefähr 3 Kg an Köpergewicht verloren. Es wäre schön gäbe es schon Mittelchen um jung zu bleiben bzw. das Altern hinauszögern zu können. Alles was es dazu zu lesen gibt sauge ich regelrecht auf. Zwei Dinge sind mir einfach wichtig geworden- so lange wie möglich bei meiner Tochter sein zu können und zum anderen so lange wie möglich zu leben. Ich wünschte nicht schon 61 zu sein…

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